GRÜNE Spitzen aus dem Main-Taunus-Kreis trafen Ostelsheims Bürgermeister Ryyan Alshebl

Austausch im Gimbacher Hof – am Abend Lesung aus „Flucht nach vorn“ in der VHS in Hofheim


Besonderer Besuch im Main-Taunus-Kreis: Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger und die Erste Kreisbeigeordnete des Main-Taunus-Kreises, Madlen Overdick, haben Ryyan Alshebl, Bürgermeister der baden-württembergischen Gemeinde Ostelsheim, zu einem Austausch im Gimbacher Hof in Kelkheim empfangen. Alle drei verbindet die Mitgliedschaft bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Kündiger gehört der Partei seit mehr als 40 Jahren an.

Die Geschichte von Ryyan Alshebl ist außergewöhnlich: 2015 floh er als junger Mann aus Syrien über das Mittelmeer nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Acht Jahre später, im April 2023, wählten ihn die Bürgerinnen und Bürger der 2.600-Einwohner-Gemeinde Ostelsheim im Kreis Calw mit absoluter Mehrheit zu ihrem Bürgermeister. Er war damals 29 Jahre alt und der erste syrischstämmige Bürgermeister Baden-Württembergs. Zuvor hatte Alshebl in Rekordzeit Deutsch gelernt und eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten als einer der Jahrgangsbesten des Landes abgeschlossen.

Über seinen Weg und seine Erfahrungen als Kommunalpolitiker hat Alshebl ein Buch geschrieben: „Flucht nach vorn – Ein syrischer Bürgermeister in Schwaben zeigt, wie gute Politik gehen kann“ (Droemer Knaur) ist Anfang Februar erschienen. Es versteht sich als optimistischer Gegenentwurf zu Politikverdrossenheit und Populismus: Alshebl zeigt anhand konkreter Beispiele aus seinem Verwaltungsalltag, wie Politik das Leben der Menschen verbessern kann – und erzählt zugleich mit Humor vom täglichen Kampf mit der deutschen Bürokratie.

„Ryyan Alshebls Geschichte zeigt, was möglich ist, wenn Menschen eine Chance bekommen und sie ergreifen“, sagt Albrecht Kündiger. „Sein Weg vom Geflüchteten zum Bürgermeister ist gelebte Demokratie – und ein starkes Signal gegen all jene, die unsere Gesellschaft spalten wollen. Der Austausch unter Amtskollegen hat einmal mehr gezeigt: Die Herausforderungen vor Ort ähneln sich, ob in Schwaben oder im Taunus.“

 „Wenn wir den Menschen, die nach ihrer Flucht zu uns in die Städte und Gemeinden kommen die Hand reichen, Integration in Schulen, Vereinen und den Verwaltaungen leben und dies auch wollen, können können wir einen großen Gewinn für unsere Gesellschaft erzielen“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Madlen Overdick. „Ryyan Alshebl ist das beste Beispiel dafür, welches Potenzial in Menschen steckt, die bei uns ankommen und sich einbringen wollen. Davon profitiert unsere ganze Gesellschaft.“

 „Kommunalpolitik ist der Ort, an dem Demokratie konkret wird – ob in Ostelsheim, in Kelkheim oder im Main-Taunus-Kreis“, sagt Ryyan Alshebl. „Mein Buch ist eine Einladung, sich einzumischen und anzupacken, statt abzuwarten.“

Lesung und Gespräch in der vhs in Hofheim

Am Abend las Alshebl auf Einladung der Volkshochschule Main-Taunus-Kreis in Hofheim aus seinem Buch. Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum ging es um die Fragen, wie sich politisches und gesellschaftliches Engagement verändert und welche Bedeutung Transparenz, Dialog und Zusammenhalt heute haben