Hitzeperioden fordern Hattersheim zum Handeln auf

Die gegenwärtige außergewöhnliche Hitzephase macht deutlich, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Die Arbeitsgemeinschaft Energie der Hattersheimer Grünen hat die vorläufigen Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung aufgegriffen, die in der Stadtverordnetenversammlung am 18.06.2026 vorgestellt wurden.

Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Wärmesektor und damit ein Beitrag zur Klimastabilisierung. Anders, als die für die Hattersheimer Wärmeplanung Verantwortlichen, erwarten die Hattersheimer Grünen derzeit wenig Unterstützung von der Bundesregierung. Aktuell findet in Berlin die Auseinandersetzung um das Gebäude-Modernisierungs-Gesetz (GModG) statt, zu dem sich nicht nur Klimaschützer, sondern auch Bundesrat, Normenkontrollrat, viele Fach-Verbände und nicht zuletzt der Expertenrat vernichtend geäußert haben. Das schafft keine Planungssicherheit, weder für Private noch für Kommunen.

Die Hattersheimer Wärmeplanung skizziert eine Wegweisung: Ausbau der Wärmenetze durch Abwärme aus Rechenzentren, schrittweise Abschaltung des Gasnetzes sowie ein massiver Einsatz von Wärmepumpen dort, wo kein Anschluss an ein Wärmenetz möglich ist. Dr. Thomas Seifert, Initiator des Hattersheimer Solar-Stammtisches und aktiv bei Scientists for Future, verweist jedoch auf die Abhängigkeit von Rechenzentrumsbetreibern und die damit einhergehenden Risiken für die künftige Versorgungssicherheit. Er plädiert für zusätzliche, alternative Wärmequellen wie Flusswärme und Geothermie. „In der kommunalen Wärmeplanung sind verschiedene Handlungsfelder benannt, die jedoch bis zur angekündigten Offenlegung im August noch durch konkrete Maßnahmenpläne und Zeitabläufe ergänzt werden müssen“, erklärt Dr. Seifert.

Angesichts der aktuellen Hitze, bei Temperaturen bis nahe 40 °C, wird der Weg zu Bahn, Supermarkt oder anderen Einrichtungen zur bedrohlichen Herausforderung – besonders für ältere Menschen, Schwangere und Kinder. In diesem Zusammenhang verweisen die Grünen auf das Klimaschutzkonzept der Stadt, welches die Bereitstellung von Trinkwasser aus Trinkbrunnen vorsieht. Dieses Vorhaben, das bereits 2022 von der Grünen Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung beantragt und seinerzeit von der Mehrheit abgelehnt wurde, fand Eingang in das Klimaschutzkonzept und sollte nun auch zeitnah umgesetzt werden. Zudem müssen alle weiteren Maßnahmen zur Temperaturreduktion in der Stadt zügig angegangen werden: Pflege, Erhalt und Neupflanzung schattenspendender Bäume, Entsiegelung von Flächen und Begrünung von Gebäuden.

Die Hitzebelastung ist kein vorübergehendes Phänomen und wird keine ungewöhnliche Ausnahme bleiben.

Die Grünen setzen sich weiterhin für konkrete Schritte und zeitnahe Umsetzung ein, um Mensch, Tier und Umwelt effektiv zu schützen.

Uwe Broschk

Pressesprecher

Vorstand Bündnis 90/Die Grünen Hattersheim